Kurt Schwitters (1887-1948) ist einer der führenden Künstler der Avantgarde der 20er Jahre; er versucht mit seinen Arbeiten auf nahezu allen Gebieten der Kunst, ein Gesamtkunstwerk zu realisieren. Seine Ursonate oder Sonate in Urlauten ist ein Lautgedicht aus den 1920erJahren, entstanden seit 1923 und vom Verfasser erstmals am 4. Februar 1925im Rahmen eines Sturm-Abends in Herwarth Waldens Sturm-Galeriegesprochen. Im selben Jahr erfolgt auch die Veröffentlichung einer Grammophonplatte mit dem Scherzo der Ursonate. Die 10er und 20er Jahre sind die Zeit, in der Lautpoesie ihre Blütezeit erlebt: eine Dichtungsform, die dezidiert nichts bedeuten will und, teils aus Freude am Unsinn (bei den Dadaisten), teils aus kunsttheoretischen Erwägungen (u.a. im Kreis um Herwarth Waldens „Sturm“), in der damaligen Avantgarde Furore macht. Schwitters‘ Ursonate ist in ihrer Kombination aus Wort, Musik und Typographie(in der Druckfassung) ein Solitär. Das Theremin ist ein 1920 erfundenes elektronisches Musikinstrument – es stammt also aus derselben Zeit wie die Ursonate. Es ist das einzige verbreitete Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Sein Name geht auf den Erfinder, den Russen Lew Termen, zurück, der sich in den USA Leon Theremin nannte. Martin Groskopff, Jahrgang1954, lebt in der Nähe von Leipzig. Er war als Geiger Berufsmusiker. Mit dem Theremin beschäftigt er sich seit einigen Jahren. Dr. Volker Pirsich, Literaturwissenschaftler und Ltd. Bibliotheksdirektor i.R., liest seit vielen Jahren öffentlich Dichtungen und Prosa vor allem des frühen20. Jahrhunderts.
Der Eintritt ist frei – um eine Spende am Ausgang wird gebeten.
