Bonhoeffer-Abend am 1.11. um 17.00 Uhr in der Thomaskirche Neuengroden

„Von guten Mächten“ - ein Kirchenlied, das keines war, und andere Lieder dieser Zeit. 
Annja K. Woida, Dr. Thomas Küpker, Maike Lühker 

Bonhoeffers Text „Von guten Mächten“ ist ein Nummer-1-Hit des Gesangbuches, und nicht nur des evangelisch-lutherischen. Es ist auch kirchenfernen Menschen bekannt. Es vereint Generationen. Es ist ein Lied, das oft zu Beerdigungen gesungen wird, und das doch als Lebenszeichengemeint war. Es ist ein spannender Text, entstanden im Spannungsfeld desletzten Kriegsweihnachten, im Gefängnis. Die drei Protagonisten erzählen von der Entstehung dieses Textes und nähern sich seinem Inhalt mit Verknüpfungen zu Bibelstellen, aber auch mit dem Verweis auf Lieder zu Julfeiern der NS-Zeit. 

Von Bonhoeffer weiß man, dass sein Wirken in Zeit des Zweiten Weltkriegsfällt. Obwohl er viele Gedanken in lyrische Form fasste, war das gezielte Schaffen eines Kirchenliedes keineswegs sein Metier. Dieses Arbeitsfeldteilten sich damals Namen wie Claudius, Lahusen, Riethmüller oder Pötzsch. Jochen Klepper ist bekannt. Dazu kommen die Komponisten, die in der Zeitbis 1945 Kirchenliedmusik schufen. Was waren das für Menschen? Wie verlief ihr Lebens- und Schaffensweg, der sich im aktuellen Bestand des Gesangbuches wiederfinden lässt?

Zu guter Letzt sind da noch die Melodien, mit denen das Lied von den „Guten Mächten“ innig verbunden ist. Im noch gültigen Gesangbuch steht die eine, im kommenden wird wohl die andere den Ton angeben. Was macht eine Melodie mit einem Text? Wir probieren es aus, und überhaupt wird im Laufe des Abends immer wieder auch gemeinsam gesungen, worüber gesprochen wird.


Annja K. Woida ist Prädikantin in Schortens. Es ist mehrere Jahre her, als beim Neujahrsanblasen auch „Von guten Mächten“ gespielt wurde. Ein Herr knurrte: „Ne, bei der Melodie singe ich nicht mit.“ Da wurde ihr erstmals bewusst, dass es verschiedene Vertonungen gibt. Das Interesse an dem Liedwurde dann bei den Vorbereitungen zur Bonhoeffer-Woche 2025 neu entfacht und führte zur Ausarbeitung des Programms. Mit-Leser ist Dr. Thomas Küpker, Lektor in Schortens. Er ist dort besonders der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche verbunden. Die räumliche Umgestaltung „seiner“ Kirche hat er zum Anlass genommen, sich dem Projektanzuschließen. Er hat sich mit dem Namensgeber und einigen der Zeitgenossen auseinander gesetzt.

Die musikalische Begleitung kommt von Maike Lühker aus Reepsholt. Hauptberuflich unterrichtet sie an der Grundschule, leistet aber nebenher auch den Großteil der Orgelbegleitung der Reepsholter Gottesdienste. Dass sie überdies bereit ist, die Lesenden und die Besucher des Abends am Klavier so wundervoll zu unterstützen, verdient einen herzlichen Dank!

Der Eintritt ist frei – um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

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